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DK (100 x 100)03

präsentiert die

TTZ (100 x 100)

CAMPING

oder

Zu Gast bei Fremden

 

von

Bob Lee Sack

 

 

 

Personen:

 

 

 

FRANK MODULLA 

PETER FREISING  

ERWIN MATLOW

EVA MATLOW  

 

 

 

 

SZENE 1

 

Spätmachmittag. Eine freie Lichtung auf einem Bergplateau. Irgendwo in England. Fernab der Zivilisation. Unerreichbar mit dem Auto. Schnaufen. Langsam nähert sich eine Gestalt. PETER betritt die Lichtung.

 

PETER- Wow! - Komm Frank. Komm hier hoch. 

FRANK (OFF)- Was?

PETER- Komm mal her. Ich glaub wir haben es gefunden.

FRANK (OFF)- Was?

PETER- Was wir suchen.

FRANK (OFF)- Was du suchst.

PETER- Mecker doch nicht die ganze Zeit rum.

 

FRANK schleppt sich auch den Berg hoch. Auch er kommt an. Völlig außer Atem. PETER genießt. FRANK schnauft. Gereizte Stimmung.

 

PETER - Und?

FRANK - Gut.

PETER - Wie ‚gut’?

FRANK – Gut!

PETER - Ist das alles?

FRANK- Was soll denn sein?

PETER . Es ist genial. Ich habe noch nie so ein schönes Fleckchen Erde gefunden und für dich ist es nur ‚ok’. Einfach nur so ‚ok’!

FRANK – Gut, hab ich gesagt. Gut! Nicht ‚ok’. Gut!

PETER – Wir bleiben nur, wenn es dir gefällt.

FRANK – Mir gefällts.

PETER – Das klingt aber nicht so.

FRANK – Doch, doch, mir gefällts wirklich.

PETER – Dir gefällts doch nur, damit wir hier bleiben.

FRANK – Darf ich bitte selbst entscheiden wo es mir gefällt?

PETER (bedrohlich) – Frank, du weißt ich hasse Kompromisse.

FRANK – Schrei mich nicht so an, sonst krieg ich wieder Depressionen.

 

PETER rastet aus.

 

PETER – Genau deswegen! Genau deswegen renne ich schon den ganzen Tag durch diese Landschaft, um für dich eine geeignete Stelle zu finden, damit du deine Depressionen loswirst. Aber dir ist das im Grunde scheinbar scheißegal.

FRANK – Darf man hier überhaupt wild campen?

PETER – Hier kommt doch keiner vorbei. Wir sind am Arsch der Welt.

FRANK – Ich habe mal gelesen in England darf man nicht wild campen.

PETER – Du wolltest doch nach England. Ich wollte nach Schweden. Da darf man wild campen.

FRANK – Ich kann doch nicht jetzt nach Schweden fahren, wo wir im Achtelfinale gegen die Schweden spielen. Da holt mich doch die ganze Scheiße wieder ein. Deswegen sind wir doch weggefahren.

PETER – Genau, deswegen sind wir ja jetzt nach England gefahren. Kein Mensch kann etwas dafür, dass du nicht in den Kader nominiert bist, ok? Ich nicht, du nicht und auch sonst niemand, außer unser Jürgen. Wir sind weit weg von zu Hause. Kein Stadion in der Nähe, kein Fernseher. Vergiss das alles jetzt! - Du bist trotzdem ein guter Fußballer. Kahn spielt ja auch nicht.

FRANK – Aber der sitzt wenigstens auf der Bank.

PETER (nimmt sich zusammen) – Frank, jetzt hör mir mal gut zu. Wir sind jetzt 6 ½ Stunden hier hoch gelaufen. Hier war noch nie ein Mensch und es wird auch keiner kommen. Du hast gesagt du brauchst Ruhe. Jetzt hast du Ruhe. Und noch dazu eine gigantische Aussicht.

FRANK – Aber doch nicht so eine Ruhe.

PETER (total entnervt) – Was ist denn so eine Ruhe. Ruhe ist Ruhe! Verdammte Scheiße.

FRANK – Nein. Es gibt eine normale Ruhe, aber das hier ist ja eine beängstigende Ruhe.

PETER – Na und, wird deinem Tinitus gut tun.

FRANK – Ich hab doch gar keinen mehr.

PETER – Natürlich hast du noch einen. Du hörst ihn nur nicht mehr.

FRANK – ICH HABE KEINEN TINITUS MEHR – ICH HABE DEPRESSIONEN. DAS IST ETWAS ANDERES.

PETER – Wenn das Gejammer jetzt die ganze Woche so weitergeht, flippe ich aus. Ich will Urlaub machen und keine Therapie. 

 

FRANK heult. PETER stöhnt. Dann geht er doch zu ihm und nimmt ihn in den Arm.

 

PETER (sehr zart auf einmal) – Komm. Jetzt bauen wir erstmal schön unser Zelt auf und dann ficken wir eine Runde und dann wirds schon wieder, mmh?

FRANK (heult) – Ich will nicht ficken. Ich will Verständnis.

PETER (atmet tief durch) – Gut. Dann bauen wir jetzt das Zelt auf und dann sehen wir weiter, ok?

FRANK (schluchzt) – Ok!

 

Sie legen endlich die Rucksäcke ab. Und bauen das Zelt auf. FRANK versucht seinen Heulkrampf zu unterbinden. PETER gibt sich alle Mühe sanft mit ihm umzugehen. FRANK noch dazu mit dem Zelt sehr ungeschickt. PETER kocht vor Wut, aber drückt es weg und zeigt FRANK wie einem Kleinkind wie man die Stangen durch die Ösen schiebt.

Impro Zeltaufbau. Spannung, aber keine Ausbrüche. 

Es gelingt. Das Zelt steht. Beide jetzt erschöpft.

 

FRANK – Ich danke dir. Du bist so verständnisvoll.

PETER – Ja.

FRANK – Liebst du mich noch?

PETER – Ja.

 

Pause. Blick in die Ferne. Jeder kurz mit seinen Gedanken beschäftigt.

 

PETER – Komm wir gehen rein.

FRANK – Ja. Ich glaube das ist gut.

 

Sie gehen ins Zelt. Außen fast dunkel. Innen wird ein Licht angemacht. Räumereien.

 

FRANK – Kann ich nicht links...?

PETER – Es ist doch scheißegal.

FRANK – Das bin ich aber so gewohnt.

PETER (schon wieder leicht genervt) – Na gut.

 

Räumereien.

 

PETER – Gut jetzt.

FRANK – Nee, hier ist irgendwas.

PETER – Was denn?

FRANK – Ich glaube ein Stein. Vielleicht sollten wir mit den Köpfen nach da...

PETER – Dann ist der Stein aber immer noch da.

FRANK – Ja, aber wenn wir mit den Köpfen nach da, so und die Füße da, dann würde keiner von uns mit dem Rücken auf dem Stein...

PETER – Du machst mich krank.

FRANK – Na dann hätten wir ja mal was gemeinsam.

 

Räumereien. Immer wieder das genervte Atmen von PETER. Dann endlich liegen sie. Pause.

 

PETER – Wie meinst du denn das eigentlich: ‚Dann hätten wir mal was Gemeinsames’.

FRANK – Na dann wären wir beide krank.

PETER – Du bist doch nicht krank.

FRANK – Doch, ich habe Depressionen.

PETER – Nein, du hast ein Problem weil du nicht mitspielen darfst. Das ist Frust. Du bist enttäuscht.

FRANK- Du verstehst nichts von Psychologie.

PETER – Sag mir nicht schon wieder ich würde dich nicht verstehen.

FRANK  Vergiss es.

 

Pause. Das Licht geht aus.

 

PETER (zynisch) – Oder willst du noch was lesen?

FRANK – Nein.

 

Pause. PETER nähert sich FRANK.

 

FRANK – Bitte nicht. Ich kann nicht.

PETER – Kopfschmerzen?

FRANK – Ich bin doch keine Frau.

PETER – Aber ich bin ein Mann.

 

Pause.

 

PETER (nimmt sich nocheinmal zusammen) . Ok, und jetzt vergessen wir diesen Tag, und ab morgen machen wir es uns schön, ok?

FRANK – Ok.  - Gute Nacht.

PETER - Gute Nacht.

 

Pause.

 

FRANK – Warum magst du denn eigentlich kein Fußball?

PETER – Erzähl ich dir morgen.

 

Jetzt endlich Ruhe im Zelt.

 

SZENE 2

 

Der Abend ist fortgeschritten. Die gleiche Lichtung. Dieselbe Stelle. Es dämmert. Motorengeräusch. Scheinbar doch ein Zufahrstweg in der Nähe. ERWIN und EVA kommen. Proficamper. Auch sie haben ein Zelt dabei. Tolle Ausrüstung.

 

EVA – Erwin?

ERWIN – Mmh?

EVA – Hier ist was.

ERWIN – Mmh.

EVA – Ein Zelt.

 

Beide betrachten diesen Fremdkörper argwöhnisch. Verwunderung.

 

EVA – Ich hab dir gesagt, lass uns früher losgehen.

ERWIN – Mmh.

EVA – Hier war noch nie jemand.

ERWIN – Mmh.

EVA – Das ist unser Platz.

ERWIN – Mmh mmh.

EVA – Wegen diesem Scheiß Fernseher. Der kleine hätte es doch auch getan

 

 

Wieder betrachten Beide wie paralysiert das Zelt.

 

EVA – Mach was.

ERWIN – Was denn?

EVA – Sag was!

ERWIN – Was denn?

EVA – Dass das unser Platz ist.

ERWIN – Ist ja keiner da.

EVA – Vielleicht ist ja jemand im Zelt.

ERWIN – Könnte sein.

EVA – Das gibt’s doch nicht. Da fährt man jahrelang an den selben Ort, und auf einmal ist da jemand.

ERWIN – Mmh.

EVA – Ohne Reservierung ohne alles.

ERWIN – Wir haben ja auch nicht reserviert.

EVA – Nee, aber wir haben das Recht der Gewohnheit. So einfach geht’s ja nun nicht.  

 

EVA geht zum Zelt.

 

EVA – Hallo? Hallo?

 

Nichts.

 

ERWIN – Ist wohl keiner da.

EVA – Dann bauen wir das Ding jetzt ab. Das ist unser Platz.

ERWIN – Jetzt?

EVA- Meinst du ich warte bis morgen?

ERWIN – Vielleicht bleiben die nur einen Tag.

EVA – Nichts gibt’s! Das Ding muß weg. Ich lass mir doch nicht meinen Hochzeitstag versauen, nur weil hier so ein paar Engländer meinen, sie können machen was sie wollen. Wir fahren jedes Jahr hierher. Traditionen müssen sein. Wenn schon sonst die guten alten Werte überall den Bach runtergehen. Bei mir nicht.

ERWIN – Findest du das nicht ein bisschen übertrieben?

EVA -  Ich weiß dass dir das nichts bedeutet. Aber mir!

 

EVA geht hin und macht den Reißverschluß auf. Sie sieht zwei schlafende Männer.

 

EVA – Da ist wer drin.

ERWIN – Wer denn?

EVA – Zwei Männer.

ERWIN – Und?

EVA – Die schlafen.

ERWIN – Hab ich ja gesagt.

EVA – Ja und?

ERWIN – Müssen wir uns was anderes suchen.

EVA – Deine Lethargie geht mir auf den Sack, Erwin. Immer gehst du den einfachsten Weg. Immer schön allem aus dem Weg gehen, Hauptsache Ruhe. Wie mich das ankotzt. 

ERWIN – Komm beruhige dich Schatz.

EVA – Komm mir nicht mit Schatz. Es ist gleich dunkel. Erwin ich hab dir gesagt, wenn dass so weitergeht mit dir, dann weiß ich nicht wie lange dass noch gut geht mit uns. Du hast gesagt du willst dich ändern.

ERWIN – Aber doch nicht heute Abend.

EVA – Gerade heute Abend! Los, du kannst doch englisch.

ERWIN – Das ist doch lange her.

EVA - Los klär das jetzt. Wenn ich heute Nacht unterm Baum schlafen muß, dann war das unsere letzte Nacht. Das verspreche ich dir aber.

 

ERWIN atmet tief durch und überwindet sich und geht zum Zelt. EVA bleibt mit Abstand zurück. Schlechtes englisch.

 

ERWIN (zögerlich) – Excuse me. Hello.can you hear me?

 

Licht geht an. PETER krabbelt schlaftrunken aus dem Zelt.

 

PETER – Yes, please.

ERWIN – Ähm. Good evening.

PETER – Hello.

ERWIN – I have a problem.

PETER – I’m tired.

ERWIN – Yes, sorry but I have a problem.

 

EVA – Was sagt er.

ERWIN (zu EVA) – Ich habe gesagt es gibt ein Problem und er sagt, dass er das versteht.

EVA – Gut. Und?

ERWIN – Ja gleich.

 

ERWIN – Yes, the problem is that you, also your Zelt is standing on the place of my woman.

PETER – Sorry, I’m tired. Tomorrow ok?

ERWIN – No, now! It’s important.

PETER – Important is to sleep, ok?

ERWIN – Yes, but important is auch my wife, you know?

PETER – No, I don’t know!

 

EVA – Was will er?

ERWIN – Er sagt er versteht unser Problem, aber er ist müde und müsste sich erst umziehen und dann würde er gehen.

EVA – Mit dem Zelt?

ERWIN – Ja klar mit dem Zelt. Also hat er zumindest gesagt.

EVA – Kann er sich da ein bisschen beeilen, es wird dunkel.

ERWIN – Jaja, warte mal kurz.

 

ERWIN – Also, please. Ok?

PETER – Sorry, I have to sleep.

ERWIN – Me too, but...

PETER (sauer) – What ist he problem?

ERWIN – You stand on our place and we are also tired and we also want to sleep. You know we come here to this place jedes year. And my wife is....äh very ähm angry. And she will go, when you don’t go from here. Understand? 

PEER – No!

 

PETER schüttelt den Kopf. Diskussion mit dem Fremden sinnlos. Er geht wieder ins Zelt. Licht aus. ERWIN bleibt zurück.

 

EVA – Und? Alles klar?

ERWIN – Ja.

EVA- Zieht der sich im Dunkeln um?

ERWIN – Scheint so.

 

Ruhe. Nichts geschieht. EVA verliert die Geduld..

 

EVA – Ich glaube der hat dich nicht verstanden.

 

Sie geht zum Fremdzelt.

 

EVA – Rauskommen. Hallo sie da rauskommen. – Kommen sie raus ich muß mit ihnen reden.

ERWIN – Der versteht dich nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SZENE 3

 

Das Zelt geht auf. PETER kommt raus. Rappelt sich auf.

 

PETER – Ich hab Urlaub. Was ist denn heute los?

EVA – Der spricht ja deutsch.

ERWIN –Das hat er mir gar nicht gesagt.

 

FRANK jetzt auch aus dem Zelt.

 

EVA – Sie müssen den Platz hier räumen.

PETER – Wieso?

EVA – Weil das unser Platz ist.

PETER – Wo steht das.

EVA – Das steht nirgendwo. Das ist so.

PETER – Ach ja?

EVA – Und ich habe auch keinen Nerv darüber jetzt länger zu diskutieren. Bitte gehen sie.

PETER – Wer sind sie denn überhaupt?

EVA – Was geht denn sie das an.

PETER – Wir können es auch sein lassen.

EVA – Wir wollen nicht persönlich werden, ja!

PETER – Also noch mal langsam. Sie kommen hierher, mitten in der Nacht, reißen mich aus dem Schlaf und sagen mir, dass sei ihr Platz und ich solle gehen.

EVA – Genau. Mit dem anderen Mann da und ihrem Zelt.

PETER – Sie sind ja gestört.

EVA – Erwin hast du gehört was er zu mir gesagt hat?

ERWIN – Ja.

EVA – Außerdem ist wild campen hier verboten.

FRANK – Siehst du was hab ich dir gesagt, aber du weißt ja immer alles besser.

PETER – Und sie campen hier...

EVA – Wir campen zivilisiert und zwar schon seit Jahren.

PETER – Gute Frau, wollen wir das nicht morgen ausdiskutieren, ich bin wahnsinnig müde und nicht in der Stimmung...

EVA – Ja was glauben sie was ich bin.

PETER – Also, sie kommen schon seit Jahren hierher und deswegen...

EVA – Genau! – Erwin, sag doch auch mal was.

ERWIN – Ja das stimmt.

EVA – Wir fahren jedes Jahr zu unserem Hochzeitstag hierher, weil wir uns hier in England kennen gelernt haben. Und deswegen bitte ich sie jetzt inbrünstig, ihr Zelt abzubauen damit wir unseren gewohnten Platz einnehmen können.

PETER – Bauen sie doch ihr Zelt da drüben auf.

EVA – Das geht nicht.

PETER – Und warum nicht?

EVA – Weil,... weil,... Erwin sag doch mal was!

ERWIN – Mmh.

FRANK -  Komm Peter, wenn die schon so lange hierher kommen,...

PETER – Halt doch mal die Klappe.

EVA – Hören sie mal auf ihren Freund, der scheint mich ja wenigstens zu verstehen.

PETER – Mein Freund ist depressiv und nicht Herr seiner Sinne.

FRANK – Vorhin hast du noch gesagt ich sei nicht depressiv, sondern gefrustet.

PETER – Das ist doch dasselbe.

EVA  - Also entschuldigen sie wenn ich mich da einmische, aber das ist nicht dasselbe. Depression ist eine Krankheit und keine Stimmung.

FRANK – Siehst du, das willst du mir ja nie glauben.

 

Die Situation eskaliert. Es wird immer lauter. Bis sie nur noch schreien.

 

PETER – Halten sie sich bitte aus unserer Beziehung raus.

FRANK – Die Frau hat wenigstens Ahnung.

PETER – Jetzt sei doch mal ruhig, es geht doch gerade um was ganz anderes.

EVA -  Erwin muß ich immer alles alleine machen.

PETER – Sie können mir ja noch nicht mal einen Grund nennen.

ERWIN – Die Sicht.

EVA – Ja es ist die Sicht an die wir uns gewöhnt haben.

PETER – Die finde ich nun auch gerade sehr imposant.

FRANK – Ich finde es nur ein bisschen zu ruhig hier.

PETER – Halt doch mal die Kappe.

FRANK (wieder kurz vor dem Heulen) – Schrei mich nicht immer so an.

EVA – Also wie sie mit ihrem Freund umgehen.

ERWIN  - Misch dich doch nicht in die Beziehung von den Herren.

EVA – Ist das das einzige was du dazu beizutragen hast.

FRANK – Komm, Peter lass uns doch gehen, wir finden...

PETER- NEIN!

EVA – Wie kann man denn nur so borniert sein.

PETER – Also beleidigen lassen muß ich mich nicht, gute Frau. ich kann auch noch ganz anders.

EVA – Da bin ich aber mal gespannt.

FRANK – Er ist Choleriker.

EVA – Halten sie sich jetzt mal da raus.

ERWIN – Er wollte dich doch nur warnen.

EVA – Erwin Klappe!

ERWIN – Ich hole mir erstmal ein Bier.

FRANK – Ich glaube ich brauche auch eins, das kann ja noch länger dauern.

EVA- Du bleibst da. Jetzt wo es spannend wird.

PETER – Das dauert nicht länger, das ist gleich vorbei.

EVA – Gehen sie jetzt endlich!

PETER – Nein.

EVA – Doch.

FRANK – Ich kann nicht mehr.

PETER – Du kannst noch.

FRANK – Nein.

PETER – Doch.

FRANK – Nein.

PETER – Doch.

 

Pause. Alle haben sich ausgeschrieen. Die Ruhe nach dem Sturm. Pattsituation. Ruhe. Plötzlich...

 

EVA – Erwin bau das Zelt auf. Es dauert länger.

 

ERWIN baut das Zelt auf, direkt daneben. Man macht erstmal einen Kaffee auf dem Gaskocher und setzt sich zusammen. Jeder für sich mit seiner Tasse. ERWIN trinkt Bier. Keiner weiß was zu sagen. Ruhe.

 

 

 

 

SZENE 4

 

Ein ruhiges, ganz ehrliche Gespräch entwickelt sich. Auf einmal sanft ohne Groll. Fast Harmonie. Es tröpfelt. Viel Zeit.

 

EVA – Das man immer so Recht haben will...

 

PETER – Scheint eine deutsche Eigenart zu sein...

 

ERWIN – Gegen wen spielen wir eigentlich als nächstes?

 

PETER – Schweden.

 

FRANK – Ich bin müde.

 

EVA – Was hat denn ihr Freund für ein Problem?

 

PETER – Er darf nicht mitspielen.

 

EVA – Man wird nie das haben was man will, wenn es zuviel ist.

 

ERWIN – Ach sind sie Fußballer?

 

FRANK – Ja.

 

ERWIN – Das ist ja toll.

 

EVA – Ich finde das toll, dass sie sich um ihn kümmern.

 

PETER – Allein sein ist schwer, aber ehrlicher.

 

EVA - Mein Mann kümmert sich nicht um mich. Wir fahren zwar jedes Jahr hierher, aber irgendwie...

 

ERWIN – Gegen Schweden tippe ich 3:1.

 

EVA – Er guckt immer Fußball.

 

FRANK – Ich bin so müde...

 

PETER – Ist ein sinnloser Sport... bei uns ist’s der Sex.

 

EVA – Naja, der vergeht eben auch.

 

ERWIN – Ich verstehe sie – das ist natürlich enttäuschend.

 

EVA – Mich versteht er nie.

 

FRANK – Man hat so lange dafür gearbeitet.

 

EVA – Das ist wie in der Beziehung. Die ganze Arbeit...

 

ERWIN – Hast du was gesagt mein Schatz?

 

EVA – Nein.

 

FRANK – sind ja sowieso nur Worte.

 

EVA - Da muß man erst nach England fahren und sich streiten, damit einem klar wird...

 

Sie weint.

 

FRANK – Jetzt wissen sie wie es ist.

 

ERWIN – Was hast du denn, Täubchen?

 

EVA – Willst du nicht deinen Fernseher holen?

 

FRANK – Bitte nicht.

 

PETER – Eigentlich gefallen sie mir. Sie sind so resolut.

 

EVA – Die Sicht ist schon schön.

 

PETER – Ja.

 

ERWIN – Ich finde Natur so langweilig. Es bewegt sich nichts. Die Landschaft ist so starr.

 

FRANK – Sie verstehen mich. Sie verstehen den Sport.

 

ERWIN – Das stimmt.

 

EVA - Die Aussicht.

 

PETER – Ja.

 

FRANK – Furchtbar.

 

ERWIN – Ja.

 

Ruhe kehrt ein. Allen wird klar, dass sich an diesem Abend einiges verändert hat. Starren in die Ferne.

 

BLACK.

 

 

SZENE 5

Der nächste Morgen. Die Zelte sind verschlossen. Aus dem ersten Zelt krabbelt zuerst PETER. Und streckt sich. Aus dem anderen FRANK. Beide schauen sich lange wortlos an.

 

Die anderen kommen auch. Alle packen ein und gehen. Sie gehen gemeinsam ab.

 

 

 

ENDE

 

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